nur für mich

female fascination

von 重子 夏希 3. Nov 2005 13:20 ~ 2 x senf dazu ~ edit
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neulich habe ich versucht, mich daran zu erinnern, was der eigentliche grund war, mir vor jahren, als 300,-DM auch für mich kein pappenstiel waren, eine Playstation 1 zu kaufen. wenn ich ehrlich bin war der grund ganz einfach: ich wollte Tomb Raider endlich mal selbst spielen und diese bitchy Lara Croft auf meinem schirm herumspringen lassen.
warum? ich weiß nicht. vielleicht, weil ich zwar ein voyeur bin, aber gleichzeitig auch (unfreiwillig manchmal) ein frauenversteher. Katie Salen und Eric Zimmerman haben das so ausgedrückt:

[she is] not a smutty sex object, but an inaccessible, gun-toting bitch.

na gut, das war das. nach dem ersten teil habe ich auch angefangen, den zweiten zu spielen, aber bald keine lust mehr gehabt. ich begann allerdings langsam, mir gedanken zu machen …

because games of this type [‚boys games‘ platform scrollers] feature male characters. as a female lead Lara Croft is in some ways an intervention into the cultural rhetorics of gender. or is she?

… als ich später eine menge „Unreal Tournament“ spielte und dabei eigentlich nie einen männlichen charakter wählte. bei tournament waren es kleine süße manga-mädchen-characters, die ich spielte, die ich waren da im fire-first-and-live-universum von Unreal.
das frage ich mich nun, und damals vielleicht auch schon. faszinierte mich mehr das voyeuristische oder das machtvolle an den weiblichen charakteren?

Lara Croft is a gun-toting action hero, a powerful character that can kick ass as well as any male avatar. but does Lara Croft rise to the level of the „empowered woman“?

daß es nicht (nur) um das schöne gehen konnte beweist, daß ich in „Tournament 2003/4“ zwar gern auch mal Saphire (schlank und schön) spielte, aber meine lieblingsfigur doch Reina war, die zwar als Frau erkennbar, aber in ihrer juggernauten-rüstung eher wenig erotisch rüberkam. oder habe ich so einen abseitigen geschmack, das wäre natürlich auch eine erklärung.

but she is hardly the model for an „empowered woman.“ Lara is a kind of _action slut_, an adolescent boy‘s idea of a woman, a digital pin-up girl.

damit sind wir wieder beim visuellen. was sich für mich noch später wieder aufdrängte, als ich beim „Tekken“ spielen mit freunden merkte, daß ich scheinbar wirklich keinen männlichen avatar wählen kann. stattdessen spiele ich „Tekken“ entweder mit Ling Xiaoyu oder gar nicht.

the rhetoric of gender is complicated even further when we consider that the representation of Lara is composed both visually and interactively.
players‘ relationships to game characters are never simple. when a player plays a game, he or she is never merely „immersed“ within a representation; through the process of metacommunication, the player is aware of the constructed nature of the character within the larger system of the game. a game avatar is simultaneously both subject and ogject: on one hand a mask to be worn, on the other a tool to to view and manipulate. Lara Croft plays out this double role to its paradoxical conclusion. in one sense, a Tomb Raider player is the spectator of a grossly sexist female image, even as the same player interactively takes on an empowering female role.

vielleicht ist es auch so: wenn ich einen männlichen character spiele, der typisch männliche dinge macht, z.b. andere verhauen, könnte es dann sein, daß mir das
a) zu platt ist und mir einfach das „auf-den-kopf-stellen der welt“ prinzipiell besser gefällt, oder
b) daß ich mir jämmerlich vorkomme, etwas zu spielen (so zu tun als ob), das ich im echten leben wahrscheinlich nicht machen würde, weil ich zu feige bin?
ich weiß keine antwort darauf, aber wenn so schlaue leute wie Katie Salen und Eric Zimmerman sagen:

unpacking the complex cultural rhetorics of gender in Tomb Raider, fundamental ambiguities remain. Is Lara a feminist icon or a sexist object? does she challenge gender stereotypes or reinforce them? perhaps we can never ultimately resolve these questions.

… dann ist das ja auch nicht schlimm.

so und wenn ihr euch noch folgenden film angeschaut habt, dann könnt ihr ja mal eure meinung zu thema „switching the gender bit“ abgeben.

ling xiaoyu in aktion


Kommentare

æ am 3. Nov 2005 13:19

muß ich eigentlich noch dazusagen, daß ich bei "Warcraft III" die blöden Orc-, Menschen- und Untoten-Kampagnen nur durchgespielt habe, damit ich endlich die tollen Nachtelfen, die lustigerweise fast alle weiblich sind, spielen durfte?


æ am 7. Dez 2005 13:13

http://amok.freeflux.net/blog/archive/2005/11/16/female-fascination.html


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