ERNST
ernst

Ich schaue aus dem Fenster
hinauf zum Herzogstand im Nebel,
Winterblick mit schwarzen Bäumen.

So hat er es auch gesehen
und dann zurück an die Staffelei
um blaue Pferde zu malen.

Jetzt liegt er im Schatten des Zwiebelturms
fast schon 100 Jahre.


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ernst

Morgen am Meer

Hunde bellen,
Hähne krähen,
genauso wie zuhause.

An das ungewohnte Bett
gewöhnt man sich
während der Nacht.

Zögerliche Träume
haben die gleiche Farbe.

Dass es in der Fremde
blitzt, donnert und duscht
ist mir ganz recht.

Mit dem ersten Licht
taucht das Meer wieder auf,
das Auge sucht den Horizont,
der Sinn allen Reisens.

Einen Tag

Postbote in Pergamon,
Teppichknüpfer dortselbst,
Reiseführer,
Kuhhirte im Karwendel,
Pfleger im Krankenhaus,
Asklepius.

Die Götter Griechenlands

Wieviele Altäre,Säulenhallen und Schatzhäuser
stehen an der Heiligen Strasse.
Die Menschen vertrauten
auf die Hilfe der Götter.
Dann kam das Christentum,
das die Vielgötterei verdammte.
Ist es leichter an einen Gott zu glauben,
den Gott der kleinen Leute?

Fenstersitz im Flugzeug

Der Flügel wie ein längst abgelegtes,
vielfach repariertes und verstaubtes Spielzeug.

Blick auf Korinthens Landesenge,
wie im Schulatlass.

Das Essen schlecht gewürzt,
als wäre Salz zu schwer
für den Transport in der Luft.


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ernst

Gestern um diese Zeit
verlor sich die Sonne über den hartgefrorenen Pisten, immer noch baggerten die Lifte die Carver hinauf,
zur letzten doch etwas gemütlicheren Abfahrt und dem
Schwung ums Auto herum.

Einmal, es war noch in der Holzschizeit,lagen wir
hier in der Sonne.

Heute um diese Zeit
schaue ich auf Christian Thielemann in seinem
Ringelpullover herunter
wie er Claude Debussy dirigiert, immer wieder
abbricht und erneut ansetzt.

Langsam verwandelt sich die Gegenwart in Vergangenheit,
die klingt, wie das Rauschen seidner Schleppen
auf halbverfallnen Treppen.


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ernst

Mein Photo ist in anderen Händen,
Drum mal ich mir die Finger klamm,
Klirrenden Kälte liegt über den Bergen,
In diesen letzten Tagen des Jahres 2008

Verwandeln sich die Sätze in Mythen,
Wenn Schauspieler lesen wie in einem griechischen
Theater.
So denkt Homer,
Wie nahe ist er uns Heutigen 2009.


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ernst

28.2.07
In das Gewitter der Nacht hinein der Muezzin,
kann er schon einen schwarzen Faden von einem weissen
unterscheiden.
Irgendwie zufrieden mit den Träumen,
an die ich mich nicht mehr erinnere.


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ernst

Carrozze e cavalli - impressioni nostalgiche in una giornata autunnale a Bernried sul Lago di Starnberg.


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ernst

Papstempfang in München.
An der Mariensäule, von hieraus werden alle Wege in Bayern gemessen. Milliarium Aureum.
Der Menschen sind zuviele um einen Einzelnen zu erkennen.
Public Viewing - Bildwände bringen einem die Ereignisse nahe.
Das Bild ist das Ereignis,wie die Bilder an und in den Kirchen, wie diese Bilder.


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ernst

Das Haus des berühmten Hofgärtners
zum überwintern tropischer Pflanzen.
Einst rauschten Prinzessinen aus dem nahen Schloss
über den Boden.
Jetzt halten die gemalten Gräser und Zweige
die etwas wackligen Wände,
derweil blühende Akapantustöpfe vor den Treibhausfenstern
Wache schieben.
Wer sagt da, Bilder könnten nichts bewirken.


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ernst

In wieviel Jahrtausenden bahnte sich das Wasser
seinen Weg durch die Felsen.
Irgendein Kelte gab dem Fluss den Namen.
Über Jahrhunderte waren es die Flößer,
die darauf käpften.
Sollte doch der Krieg der Vater aller Dinge sein?
Bis einer ganz sinnlos mit einem Hadernkahn
sich in das drohende Gebrause stürzte,
Wellen reißen das Gefährt mit,
in Löchern wird er festgehalten
und droht zu versinken,
Wasser schlägt über ihm zusammen,
mehr mit dem Überleben als mit dem Steuern beschäftigt.
Einen Moment denkt er an die Schitour vor vier Wochen,
im Schneegestöber auf der Birkkarspitze,
von dort kommt der Karwendelbach her,
das Ende der Schlucht.


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ernst

Bild2751~1.JPG Bild2752~1.JPG

Da bastelst du einen Abend lang an einem Bildchen.
Alles hängt von dir ab, Gegenstand, Farben, Strich,
Wie ein Kleinkind von den Eltern.

Am Schluss Aufatmen, wie nach der Reparatur des Autos
oder der Küchenmaschine.
Es sei geglückt, obwohl ich nicht weiß warum.
Sagt die Lehrerin, oder ist es nur geschickte Pädagogik.

Und doch träumt es sich anders, wenn die Finger noch
Farbspuren tragen: farbig.


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