ERNST
ernst

Gestern um diese Zeit
verlor sich die Sonne über den hartgefrorenen Pisten, immer noch baggerten die Lifte die Carver hinauf,
zur letzten doch etwas gemütlicheren Abfahrt und dem
Schwung ums Auto herum.

Einmal, es war noch in der Holzschizeit,lagen wir
hier in der Sonne.

Heute um diese Zeit
schaue ich auf Christian Thielemann in seinem
Ringelpullover herunter
wie er Claude Debussy dirigiert, immer wieder
abbricht und erneut ansetzt.

Langsam verwandelt sich die Gegenwart in Vergangenheit,
die klingt, wie das Rauschen seidner Schleppen
auf halbverfallnen Treppen.


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ernst

Mein Photo ist in anderen Händen,
Drum mal ich mir die Finger klamm,
Klirrenden Kälte liegt über den Bergen,
In diesen letzten Tagen des Jahres 2008

Verwandeln sich die Sätze in Mythen,
Wenn Schauspieler lesen wie in einem griechischen
Theater.
So denkt Homer,
Wie nahe ist er uns Heutigen 2009.


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ernst

28.2.07
In das Gewitter der Nacht hinein der Muezzin,
kann er schon einen schwarzen Faden von einem weissen
unterscheiden.
Irgendwie zufrieden mit den Träumen,
an die ich mich nicht mehr erinnere.


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ernst

Carrozze e cavalli - impressioni nostalgiche in una giornata autunnale a Bernried sul Lago di Starnberg.


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ernst

Papstempfang in München.
An der Mariensäule, von hieraus werden alle Wege in Bayern gemessen. Milliarium Aureum.
Der Menschen sind zuviele um einen Einzelnen zu erkennen.
Public Viewing - Bildwände bringen einem die Ereignisse nahe.
Das Bild ist das Ereignis,wie die Bilder an und in den Kirchen, wie diese Bilder.


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ernst

Das Haus des berühmten Hofgärtners
zum überwintern tropischer Pflanzen.
Einst rauschten Prinzessinen aus dem nahen Schloss
über den Boden.
Jetzt halten die gemalten Gräser und Zweige
die etwas wackligen Wände,
derweil blühende Akapantustöpfe vor den Treibhausfenstern
Wache schieben.
Wer sagt da, Bilder könnten nichts bewirken.


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ernst

In wieviel Jahrtausenden bahnte sich das Wasser
seinen Weg durch die Felsen.
Irgendein Kelte gab dem Fluss den Namen.
Über Jahrhunderte waren es die Flößer,
die darauf käpften.
Sollte doch der Krieg der Vater aller Dinge sein?
Bis einer ganz sinnlos mit einem Hadernkahn
sich in das drohende Gebrause stürzte,
Wellen reißen das Gefährt mit,
in Löchern wird er festgehalten
und droht zu versinken,
Wasser schlägt über ihm zusammen,
mehr mit dem Überleben als mit dem Steuern beschäftigt.
Einen Moment denkt er an die Schitour vor vier Wochen,
im Schneegestöber auf der Birkkarspitze,
von dort kommt der Karwendelbach her,
das Ende der Schlucht.


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ernst

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Da bastelst du einen Abend lang an einem Bildchen.
Alles hängt von dir ab, Gegenstand, Farben, Strich,
Wie ein Kleinkind von den Eltern.

Am Schluss Aufatmen, wie nach der Reparatur des Autos
oder der Küchenmaschine.
Es sei geglückt, obwohl ich nicht weiß warum.
Sagt die Lehrerin, oder ist es nur geschickte Pädagogik.

Und doch träumt es sich anders, wenn die Finger noch
Farbspuren tragen: farbig.


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ernst

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Tiefe Vergangenheit liegt über dem Land,
Aus dem Tetysmeer aufgetaucht,
Über Jahrmillionen vulkanisch beregnet,
Durch Wind und Wetter geformt,
Ehe der Mensch kam und Höhlen in den Tuffstein schlug.

Mögen Religionen in der Wüste geboren werden,
Auch hier sieht es danach aus,
Mit Schamanen und Heiligen
Und den Erfindern der Mystik,den Derwischen.

Heute hallt der Ruf des Muezzins
Über die abgeernteten Felder,
Darunter noch Schätze verborgen.
Einer der davon etwas verstand
Ist darüber sogar Türke geworden:
O s m a n K o r f f m a n n .


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ernst

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Ist der Tag zu schön,
samtene Bläue über See und Bergen,
an einer Kette aufgereihte Kirchen,
zu denen schattenspendende Kastanienbäume hinführen,
flach wurzelnd, wie in den Biergärten.

Sind wir wie Pilger eines einst gläubigen Oberlandes.
Auch die Maler der Fresken und Altarbilder seien
tiefgläubig gewesen, (die Asams leisteten sich eine
eigene Kirche) wie die Ikonenmaler.

Oder ist es die drückende Schwühle, die uns in die
Kirchen treibt. So wandern wir von Bild zu Bild
und lernen allmählich diese zu deuten,
im Barock öffnet sich der Himmel.

Immer wieder fällt mir das Kruzifix auf, ein richtiger
Kreuzweg. Goethe der alte Platonist polemisierte
dagegen, zu Recht, zu Unrecht.

Manchmal schüttle ich den Gedanken ab, zum letzten Mal
hier zu sein, zu Recht, zu Unrecht.Mittagessen im
Klosterstüberl, auch das ein Rest längstvergangener
Zeiten, kein Mönch mehr singt die Non.

Auf der Heimfahrt, die Hitze noch ungebrochen.



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